Polenfeldzug 1939

Der am frühen Morgen des 1. September 1939 begonnene Polenfeldzug bildete nicht nur die erste Front des Zweiten Weltkrieges, sondern gleichsam auch ein Versuchslabor für eine neue Art der Kriegsführung, des sogen. Blitzkrieges.

Die deutsche Infanterie nähert sich im Schutz eines Panzerfahrzeugs dem Gebäude der Polnischen Post in Danzig (Gdańsk). Von den allerersten Stunden des Zweiten Weltkrieges wurde dieses Gebäude umkämpft. Nach zwölfstündiger Verteidigung mussten sich die Mitarbeiter der Polnischen Post ergeben. Alle wurden erschossen. Foto: Polnische Presseagentur (Polska Agencja Prasowa) / Zentrale Fotoagentur (Centralna Agencja Fotograficzna)
Die deutsche Infanterie nähert sich im Schutz eines Panzerfahrzeugs dem Gebäude der Polnischen Post in Danzig (Gdańsk). Von den allerersten Stunden des Zweiten Weltkrieges wurde dieses Gebäude umkämpft. Nach zwölfstündiger Verteidigung mussten sich die Mitarbeiter der Polnischen Post ergeben. Alle wurden erschossen. Foto: Polnische Presseagentur (Polska Agencja Prasowa) / Zentrale Fotoagentur (Centralna Agencja Fotograficzna)

Das Kommando der polnischen Armee war sich der Übermacht des Gegners bewusst. Sie sollte daher nur den Erstschlag auffangen und die Offensive der westlichen Alliierten Frankreich und England abwarten. Obwohl diese am 3. September Deutschland den Krieg erklärt hatten, blieben die Polen im Kampf nicht nur auf sich allein gelassen, sondern hatten es ab dem 17. September sogar bereits mit zwei Angreifern zu tun. Trotz der riesigen Übermacht der Deutschen, insbesondere bei Panzerwaffen und Fluggerät, nahmen die polnischen Einheiten den Kampf um die Verteidigung der Grenzen auf. Nur allzu rasch wurden sie allerdings zum Rückzug gezwungen (obwohl auf der Westerplatte z. B. eine Woche lang gekämpft wurde). Die Einheiten zogen sich ins Landesinnere zurück, um von hier aus eine Verteidigung zu organisieren. Am 8. September begann der Kampf um Warschau.

Die polnischen Streitkräfte versuchten anzugreifen und zogen in die sogen. Schlacht an der Bzura, eine der größten des Zweiten Weltkrieges. Obwohl der Gegner bedeutende Verluste erleiden musste, endete sie mit einer Niederlage. Der Verteidigungskampf hätte sicherlich länger gedauert, wäre der Angriff der Roten Armee am 17. September nicht gewesen. Dieser beschleunigte auch die Evakuierung der polnischen militärischen und zivilen Würdenträger nach Rumänien, wo sie interniert wurden. Am 27. September kapitulierte das belagerte Warschau, am 2. Oktober ergaben sich die Verteidiger der Halbinsel Hel, und am 5. Oktober die bei Kocko kämpfenden Soldaten von General Kleeberg. Bis zum Frühjahr 1940 kämpfte nur noch die Abteilung von Major Henryk Dobrzański, genannt „Hubal”. Bereits im Herbst 1939, unmittelbar nach der Beendigung der Kriegshandlungen, begann man mit der militärischen Konspirationstätigkeit (siehe Armeen im Untergrund), und in Frankreich begann die polnische Exilregierung (siehe Im Exil) mit der Rekonstruktion der Streitkräfte.

Rote Armee-Einheiten bei der Invasion in Polen am 17. September 1939. Foto: Zentrum Karta (Ośrodek Karta)
Rote Armee-Einheiten bei der Invasion in Polen am 17. September 1939. Foto: Zentrum Karta (Ośrodek Karta)

Der Verteidigungskrieg zwang Hitler, seinen bereits für Herbst 1939 geplanten Angriff auf Frankreich um ein halbes Jahr zu verschieben. Als es dann dazu kam, konnte sich Paris kaum länger als Warschau verteidigen und – wie im Informationsbulletin der Widerstandsbewegung kommentiert wurde: „Erst Im Lichte der Kämpfe an der Westfront konnte die dreiwöchige Verteidigung von Warschau, […] [die Schlacht] bei Kutno [an der Bzura – Anm.d.Red.] und die Westerplatte in richtigem Licht erstrahlen.

Polens Hauptstadt wurde vom ersten Kriegstag an bombardiert. Am 25. September 1939 flog die deutsche Luftwaffe einen massiven Bombenangriff auf Warschau - rund 10.000 Personen fanden dabei den Tod, 35.000 wurden verletzt und 12% des Baubestandes der Stadt wurde zerstört. Am 28. September kapitulierte die Stadt. Am 5. Oktober nahm Adolf Hitler in Warschau die Siegesparade seiner Streitkräfte ab. Foto: Polnische Presseagentur (Polska Agencja Prasowa) / Zentrale Fotoagentur (Centralna Agencja Fotograficzna)
Polens Hauptstadt wurde vom ersten Kriegstag an bombardiert. Am 25. September 1939 flog die deutsche Luftwaffe einen massiven Bombenangriff auf Warschau – rund 10.000 Personen fanden dabei den Tod, 35.000 wurden verletzt und 12% des Baubestandes der Stadt wurde zerstört. Am 28. September kapitulierte die Stadt. Am 5. Oktober nahm Adolf Hitler in Warschau die Siegesparade seiner Streitkräfte ab. Foto: Polnische Presseagentur (Polska Agencja Prasowa) / Zentrale Fotoagentur (Centralna Agencja Fotograficzna)